Recklinghausen-Suderwich. Unser SBW-Finanzberater Wolfgang Wegener macht auf ein offenbar dubioses Verhalten des Anwaltsbüros Ralf Heyl aufmerksam. Diese Kanzlei war viele Jahren beim Inkasso von Forderungen der Postbank bundesweit aktiv.
Es gibt Hinweise, dass die Kanzlei Heyl der Postbank 770.000 Altforderung abgekauft hat und nun im eigenen Namen beizutreiben versucht. Die Zusammenarbeit mit Heyl soll die Postbank inzwischen aufgegeben haben. So berichtete auch die Stiftung Warentest in einem Beitrag vom 4. Dezember 2023.
Die Verbraucherzentrale Berlin berichtete vor wenigen Tagen von Zahlungsaufforderungen der Kanzlei an ehemalige Kund:innen der Postbank. Die Betroffenen werden zum sofortigen Ausgleich der Schuld und/oder zu fragwürdigen Ratenzahlungsvereinbarungen gedrängt. Dabei werden Kosten erhoben, die nicht immer nachvollziehbar sind.
Es wurden auch Forderungen geltend gemacht, die sechs und mehr Jahre alt waren. Mehrere, auch obergerichtliche Urteile (darunter solche vom OLG Braunschweig und vom OLG Frankfurt) stellten fest, dass Forderungen verjährt, verwirkt oder sogar zweifelhaft waren. Teilweise mangelte es an Beweisen oder es fehlten gültige Abtretungsanzeigen der Postbank. Dennoch hat Heyl in Fällen mit nicht rechtskräftigem Titel Zahlungen verlangt, mit Klage und Vollstreckung gedroht.
Wegener macht aufmerksam:
Was ist zu tun?
Leider erfahren nicht immer die Betroffenen von solchen Warnungen und den Hilfsangeboten des SBW. Wegener dazu. „Wir, die Schuldnerberater des SBW, bitten alle Mitglieder unseres Vereins, Menschen in finanzieller Not auf unser Angebot aufmerksam zu machen. Die Hilfebedürftigen müssen sich dann allerdings selbst an das SBW wenden und einen Auftrag zu ihrer Beratung und Vertretung erteilen. Das ist erforderlich, um uns von persönlicher Haftung freizustellen. Wenn Ratsuchende nicht die Möglichkeit der Kommunikation mit uns haben, können sie Dritte benennen, über die der Nachrichtenaustausch laufen würde. Das ist dann echte „Alltagshilfe vor Ort“, die wir sehr begrüßen, um auch in diesen Fällen helfen zu können.“
Noch eine allgemeine Anmerkung zur Postbank:
Die Postbank ist derzeit in einem organisatorischen Umbruch begriffen, der offensichtlich zu einem ziemlichen Chaos geführt hat. Die Postbank ist seit einigen Jahren eine Tochter der Deutsche Bank AG, auf deren EDV die von der Postbank vor einigen Monaten umgestellt wurde. Seitdem klagen tausende Postbank-Kund:innen über fehlerhafte oder verzögert, sogar ausbleibende Auskünfte. Forderungen der Postbank werden plötzlich – oft ohne Nachweis und Erklärung – von dem Inkassounternehmen Proceed im Auftrag der Deutsche Bank geltend gemacht. Dem sollten Betroffene nicht ohne Beweis von Forderungsübergang und Vollmacht entsprechen.
(Quellen: https://www.verbraucherzentrale-berlin.de/aktuelle-meldungen/marktbeobachtung/abtretungsinkasso-vorsicht-vor-schreiben-des-rechtsanwalts-ralf-heyl-92005 und https://www.test.de/Abtretungsinkasso-von-Altforderungen-Rechtsanwalt-im-Unrecht-5787417-0/)
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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