Recklinghausen-Suderwich. Rund um Lebensmittel gibt es zahlreiche Irrtümer, Halbwahrheiten und Begriffe, deren genaue Bedeutung viele nicht kennen. Die Verbraucherzentrale Bayern hat Dutzende solcher Fragen bearbeitet und beantwortet. Das SBW bietet zu Jahresbeginn eine Auswahl.
Warum halten sich Kräuter im Plastiktopf nicht lange?
Viele Geschäfte bieten Kräuter in Plastiktöpfen an. Oft lassen sie schon nach kurzer Zeit die Stiele und Blätter hängen. Ursache kann der Umzug aus einem feuchtwarmen Gewächshaus in die Küche sein. Die Töpfe sind außerdem nicht genügend sauerstoffdurchlässig und viel zu klein für den Wurzelballen. Daher empfiehlt es sich, diese in größere Tontöpfe umzupflanzen.
Du solltest deine Küchenkräuter auch ausgewogen mit Flüssigkeit versorgen. Bei zu vielem Gießen kann sich leicht Grauschimmel bilden, der die Pflanze absterben lässt. Bei zu wenig Flüssigkeit welken die Blätter. Als Faustregel gilt, täglich etwa 10 Prozent des Topfvolumens zu gießen, bei sommerlicher Hitze auch etwas mehr.
Kartoffeln: Sind grüne Stellen giftig?
Die grünen Stellen in den Kartoffeln enthalten vermehrt Solanin, ein natürliches Gift, das die Pflanze vor Fressfeinden schützt. Beim Menschen kann Solanin in höherer Konzentration Beschwerden wie ein Kratzen im Hals, Kopfschmerzen, Durchfall und Erbrechen verursachen. Kartoffeln sollte man dunkel und trocken lagern und grüne Stellen und Keime großzügig entfernen. Durch Kochen wird das Solanin nicht zerstört, so dass man das Kochwasser besser nicht verwendet.
Trend Black Food – Ist Aktivkohle im Essen gesund?
Black Burger, schwarze Croissants und Smoothies oder auch „schwarzer Latte“ liegen im Trend. Die Lust an schwarzem Essen stammt ursprünglich aus Japan. Es soll gesund sein, entgiften und gegen Kater oder Jetlag helfen. Zum Färben dient Aktivkohle, die man auch als Farbstoff E 153 bezeichnet. Sie wird z. B. aus Holz, Torf, Nussschalen oder Kaffeebohnen hergestellt und kommt auch als Färbemittel für Käserinde oder Dragees zum Einsatz. In der Medizin nutzt man Aktivkohlewegen ihrer hohen Aufnahmefähigkeit zum Binden von Giften.
Aktivkohle nimmt auch wertvolle Nährstoffe auf. Nimmst du zuviel davon auf, können Vitamin- und Mineralstoffmängel entstehen, sowie Verstopfung. Zu beachten ist ebenso, dass auch Medikamente gebunden werden und somit nicht mehr wirken. Wenn du aber nur gelegentlich Speisen mit Aktivkohle genießt, besteht kein Grund zur Sorge.
Warum trägt Mineralwasser ein Mindesthaltbarkeitsdatum?
Der Grund dafür ist die EU-Lebensmittelinformationsverordnung. Wird Mineralwasser kühl und dunkel gelagert, ist es noch viele Monate nach Ablauf des Datums genießbar. Es kann aber zu geschmacklichen Veränderungen kommen. Wenn es zu warm gelagert wird, können sich Mikroorganismen vermehren. Mineralwasser ist nicht keimfrei, darf aber keine Krankheitserreger enthalten. Sprudelndes Minerwasser ist mit Kohlensäure versetzt. Das hemmt das Keimwachstum. In Glasflaschen hält es meist länger als in PET-Flaschen. Kohlensäurehaltiges Wasser kann in PET-Flaschen einen Teil seiner Kohlensäure verlieren und Sauerstoff dringt leichter ein. Das Mindesthaltbarkeitsdatum für Sprudelwasser in PET-Flaschen ist daher oft sogar kürzer als für stilles Mineralwasser.
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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