Recklinghausen-Suderwich. Wenn du dich vegan ernährst, stellt sich automatisch die Frage nach der Milch. Mittlerweile hast du einige Auswahlmöglichkeiten. Und wenn du unter Laktoseintoleranz oder Milcheiweißallergie leidest, bietet sich die alternative Milch auch an. Wir analysieren, welche alternativen Milchsorten es auf dem Markt gibt und welche Vor- oder Nachteile sie haben.
Sojamilch
Der Sojadrink ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen und enthält ähnlich viele Proteine wie die Kuhmilch, hat jedoch einen geringeren Fettanteil. Die Ökobilanz der Sojamilch lässt zu wünschen übrig. Der Anbau verursacht erheblichen Schaden. Ganze Wälder, die wichtig für den Erhalt unseres Klimas sind, werden hierfür gerodet und Tiere verlieren ihren Lebensraum. Auch die Weiterverarbeitung ist aufwändig, und ab einem gewissen Punkt ähneln die Schritte sogar der Kuhmilchverarbeitung.
Hafermilch
Diese Alternative ist zwar reich an Mineral- und Ballaststoffen, allerdings fehlt es ihr an natürlichen Nährstoffen, die erst in der Herstellung, leider oft in Kombination mit Zucker, hinzugefügt werden. Beim Kauf solltest du hier drauf achten, dass es Bioqualität ist.
Wenn der im Haferdrink verarbeitete Hafer aus deutschem Anbau stammt, dann macht er das Endprodukt natürlich deutlich klimafreundlicher, als wenn Getreide oder gar das fertige Endprodukt aus dem Ausland importiert werden. Es gibt jedoch Hersteller, wie z.B. Natumi, die nur regionalen Hafer aus Deutschland verwenden. Der Herstellungsprozess ist deutlich einfacher, als z.B. der des Sojadrinks, da hier unter anderem nicht ständig erhitzt und abgekühlt wird. Allerdings ist fraglich, dass für diese Alternative ein Getreide verarbeitet wird, welches nicht die nötigen Nährstoffe enthält, die wir bei einem “Milchgetränk” benötigen oder erwarten.
Kokosmilch
Der Fettgehalt der Kokosmilch ist ziemlich hoch, soll jedoch wegen der mittelkettigen Fettsäuren besonders gesund sein, treibt allerdings auch den Kaloriengehalt nach oben. Mit dem Anstieg der Nachfrage, erklärt der WWF, die Organisation für Natur- und Artenschutz, Mandeldrink enthält wenige Kalorien und auch nur wenige Nährstoffe, da sie zum Großteil aus Wasser besteht. Dennoch ist er reich an Ballaststoffen und gesunden Fettsäuren. Angebaut werden die Kokospalmen meist noch von Kleinbauern, von denen viele trotz erhöhter Nachfrage an der Armutsgrenze leben. Kokos ist ein auf dem Weltmarkt teuer gehandeltes Produkt, doch profitieren davon häufig nur die Zwischenhändler.
Kokosmilch kann dick oder dünn sein. Bei der Herstellung von dicker Milch reiben die Hersteller das Fruchtfleisch reifer Kokosnüsse und drücken es dann durch ein Tuch, um die Flüssigkeit zu extrahieren. Dünne Kokosmilch hingegen kommt von dem gepressten Kokosnussfleisch, das sich im Tuch befindet. Die Hersteller mischen es mit warmem Wasser und geben es ein zweites Mal durch das filternde Tuch. Die resultierende Flüssigkeit ist viel dünner.
Die Kokospalme ist ein tropisches Gewächs und dementsprechend lang sind die Transportwege der Kokosprodukte. Zwar ist der Anbau der Palme nicht besonders aufwendig und benötigt z.B. nicht besonders viel Wasser, jedoch werden ähnlich wie beim Sojaanbau große Anbauflächen benötigt, für die häufig Wälder abgeholzt werden.
Mandelmilch
Der Mandeldrink enthält wenige Kalorien und auch nur wenige Nährstoffe, da sie zum Großteil aus Wasser besteht. Dennoch ist er reich an Ballaststoffen und gesunden Fettsäuren. Mandeln werden hauptsächlich in Kalifornien angebaut, da dort ein ideales Klima für den Mandelanbau herrscht. Beim Anbau wird leider unglaublich viel Wasser benötigt und somit werden für die Zucht einer Mandel in der Regel drei bis vier Liter Wasser eingesetzt. Mandeldrinks werden zunächst ähnlich wie Haferdrinks hergestellt. Je nach Endprodukt werden die Mandeln erst geröstet oder geschält und anschließend in Wasser eingelegt.
Das Ganze wird dann zu einer Masse verarbeitet und der Mandeldrink durch ein Tuch von der Nussmasse getrennt. Beim Anbau der Mandeln und dem Herstellungsprozess des Mandeldrinks ist vor allem der hohe Wasserverbrauch ein Problem. In Kalifornien herrscht seit 2011 eine Dürreperiode und somit gestaltet sich vor allem die Bewässerung der Pflanzen problematisch. Die spätere Anreicherung des Mandeldrinks mit Wasser, sowie der Transport nach Europa machen sie somit zu einer der umweltunfreundlichsten Milchalternativen.
Fazit
Keine der Milchalternativen ist so richtig umweltfreundlich. Ob beim Anbau, dem Herstellungsprozess oder spätestens beim Transport hat leider keine Alternative eine positive Ökobilanz vorzuweisen. Am Ende geht es also darum, wie positiv die Ökobilanz im Vergleich zur Kuhmilch abschneidet. In der Hinsicht ist die mit Abstand umweltfreundlichste Milchalternative der Haferdrink, denn dieser kann von Getreideanbau bis Abfüllung in Deutschland hergestellt werden. Was den Gesundheitsfaktor betrifft, so werden die meisten Milchalternativen mit viel Wasser und zusätzlichen Nährstoffen, Vitaminen und zum Teil auch mit Zucker versetzt, so dass man nicht behaupten könnte, dass diese gesünder als Kuhmilch sind.
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
Mit Hilfe einiger zusätzlicher Dienste können wir mehr Funktionen (z.B. YouTube-Video-Vorschau) anbieten. Sie können Ihre Zustimmung später jederzeit ändern oder zurückziehen.
Diese Internetseite verwendet notwendige Cookies, um die ordnungsgemäße Funktion sicherzustellen. Jeder Nutzer entscheidet selbst, welche zusätzlichen Dienste genutzt werden sollen. Die Zustimmung kann jederzeit zurückgezogen werden.
Nachfolgend lassen sich Dienste anpassen, die auf dieser Website angeboten werden. Jeder Dienst kann nach eigenem Ermessen aktiviert oder deaktiviert werden. Mehr Informationen finden sich in der Datenschutzerklärung.