Recklinghausen-Suderwich. Dass unser Plastikverbrauch erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt hat, ist inzwischen unbestreitbar. Plastik ist in unserem Leben einfach allgegenwärtig.
Besonders bedenklich ist Plastik als Einwegprodukt: Als Verpackung verwendet, begegnet uns der Kunststoff täglich in Massen. Oft ohne, dass wir uns darüber bewusst sind. Dabei ist es gar nicht so schwer, den eigenen Plastikkonsum zu reduzieren. Das SBW hat 10 Tipps zusammengestellt, die wir in zwei Beiträgen vorstellen werden:
Überflüssige Einwegprodukte verbannen
Plastikteller und - besteck, Trinkhalme und Rührstäbchen: Sie werden nur wenige Minuten benutzt und landen dann im Müll. Wäre es da nicht sinnvoller, wenn wir ein bisschen mehr Abwasch nach dem Picknick oder der Party haben und dadurch die Umwelt und ganz nebenbei den Geldbeutel schonen?
Alternative: Mehrweggeschirr nutzen oder nur solche Getränke und Snacks anbieten, die ohne das überflüssige Plastik auskommen. Viele Getränkelieferanten haben Gläser im Angebot, die sie nach der Party ungespült abholen.
„Unverpackt-Läden“ unterstützen
Supermärkte und Discounter: Hier hat man als Kunde oft kaum eine Chance, unverpackte Lebensmittel zu kaufen. Häufig wird das Produkt in viel Plastik gehüllt, um es besser in Szene zu setzen.
Alternative: Wenn möglich, "Unverpackt"-Läden unterstützen. In vielen größeren Städten gibt es diese Läden bereits - mitgebrachte Behälter werden hier einfach aufgefüllt. Auch im Internet gibt es sogenannte Zero-Waste-Läden, die ihre Ware ausschließlich in bereits benutzten Kartons verschicken. Ansonsten können der Wochenmarkt und Läden mit Frischetheken eine Alternative sein, um Plastik zu vermeiden. Manche Supermärkte und Läden akzeptieren auch mitgebrachte Behälter an den Frischetheken.
Mehrfach verwendbare Tragetaschen
Ob aus Plastik oder Papier - die Ökobilanz von Einweg-Tragetaschen ist miserabel. Zum Glück sind Plastik- und Papiertüten an den Supermarktkassen in Deutschland mittlerweile viel seltener erhältlich oder nur gegen einen Aufpreis.
Alternative: Oft werden Mehrweg-Tragetaschen in den Läden angeboten. Am besten den eigenen Rucksack oder Einkaufsbeutel zum Einkaufen gleich von zu Hause mitbringen.
Obst und Gemüse lose kaufen
Schnell wird das Obst in die kleine, durchsichtige Plastiktüte gefüllt, weil man den Einkauf ungern lose aufs Band legen möchte. Selbst Bio-Obst ist im Supermarkt häufig in Plastikfolie eingeschweißt. Da kommt man beim umweltbewussten Einkaufen schon mal ins Schleudern.
Alternative: Meist ist das Plastik drum herum vollkommen überflüssig, denn häufig haben Früchte und Gemüse ihre eigene schützende Hülle oder müssen einfach nur gut abgewaschen werden. Für Pilze, Kirschen, Salat und ähnliches eigene Mehrwegbeutel mitbringen oder zumindest Plastiktüten, die sich bereits zu Hause angesammelt haben, mehrfach nutzen.
Vorsicht beim Begriff „Bio-Kunststoff“: Bio-Kunststoffe können Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen wie zum Beispiel Mais-Stärke sein – oder biologisch abbaubar. Eine Tüte aus nachwachsenden Rohstoffen muss nicht zwangsläufig biologisch abbaubar sein. Umgekehrt ist eine abbaubare Tüte noch lange nicht nachhaltig hergestellt. Recycling ist wesentlich mehr zu empfehlen. Beim Recycling bleibt wenigstens die Energie erhalten, die einmal zur Herstellung des Kunststoffes aufgewendet wurde.
Mehrweg statt Einweg
Einweggetränkeflaschen und -dosen: Schnell mal beim Einkauf oder beim Imbiss mitgenommen gegen den Durst, erzeugen sie aber auch schnell ein Müllproblem.
Alternative: Grundsätzlich gilt: Mehrwegflaschen sind in der Regel umweltfreundlicher als die Einwegvariante. Doch die Sache ist kompliziert: Mehrwegflaschen aus Glas sind nämlich nur dann umweltfreundlicher als solche aus Plastik, wenn sie keine langen Transportwege hinter sich haben. Am besten, man hat immer seine eigene Mehrwegflasche mit dem bewährten Leitungswasser dabei.
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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