Recklinghausen-Suderwich. In Limonade, Schorlen und Energydrinks steckt viel zu viel Zucker, warnt die Verbraucherorganisation Foodwatch. Manche Erfrischungsgetränke enthalten mehr als ein Dutzend Stück Würfelzucker, und zwar pro Glas – mit teils dramatischen Folgen für die Gesundheit.
Der Markt für Erfrischungsgetränke ist sehr groß. Darunter fallen neben Limonaden und Cola-Getränke, Schorlen ebenso Eistee, Fruchtsaftgetränke oder auch beispielsweise Energiegetränke.
Insgesamt hat die Verbraucherorganisation Foodwatch 463 Erfrischungsgetränke auf ihren Zuckergehalt hin untersucht – und allein der Durchschnittsgehalt eines 250 Milliliter-Erfrischungsgetränks, also in etwa ein Glas, beträgt sechs bis sieben Stücke Würfelzucker. Nur ein Durchschnittswert, das heißt, viele Getränke liegen auch deutlich darüber. Die bei Kindern und Jugendlichen so beliebten Energydrinks weisen im Schnitt die höchsten Gehalte auf. Hier sind es dann durchaus auch 13 Stück Würfelzucker, die auf ein Glas kommen.
Deutschland ist eines der Länder mit dem höchsten Pro-Kopf-Verbrauch an zuckergesüßten Getränken weltweit – es sind mehr als 80 Liter pro Jahr! Auch das ist nur ein statistischer Durchschnittswert – aber Mediziner sehen hierin eindeutige Zusammenhänge zu gesundheitlichen Problemen. In Deutschland sind etwa sechs Millionen Menschen an Diabetes Typ 2 erkrankt. Und da dürfe es eigentlich nicht sein, dass schon die Jüngsten viel zu viel zugesetzten Zucker in Getränken konsumierten.
Legt man die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zugrunde, soll die verzehrte Zuckermenge pro Tag weniger als zehn Prozent der täglichen Energie liefern. Das sind etwa 50 bis 60 Gramm für Erwachsene und beispielsweise etwa 30 Gramm für ein vier- bis sechsjähriges Kind. Dazu zählen sowohl der zugesetzte Zucker als auch der in Honig, Sirupen, Fruchtsäften oder Fruchtsaftkonzentraten natürlich vorkommende Zucker. Insbesondere der Verzehr zuckerhaltiger Getränke kann zu einer hohen Energiezufuhr führen.
Erfrischungsgetränke sind jedoch nicht die einzige Produktgruppe, bei der auf den Zuckergehalt geachtet werden sollte. Wichtig ist dies beispielsweise auch bei Fruchtjoghurts, Cerealien, Müsli und Keksen. Eltern sollten besonders beim Griff zu den klassischen Kinderlebensmitteln die Nährwertangaben gründlich unter die Lupe nehmen. Als Alternative zu Erfrischungsgetränken aus dem Regal gibt es nur eines: Trinkwasser pur oder mit verschiedenen Zutaten aufgepeppt, still oder gesprudelt. Der Gaumen gewöhnt sich an den weniger süßen Geschmack und die Vielfalt der natürlichen Fruchtaromen wird dann ebenfalls zum Genuss!
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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