Recklinghausen-Suderwich. 75 bis 90 Prozent unserer täglichen Salzzufuhr stammt aus verarbeiteten Lebensmitteln und dem Außer-Haus-Verzehr. Die Hauptquellen sind Brot, Brötchen, Wurst- und Fleischwaren, Käse und Milchprodukte, sowie Fertiggerichte und Knabbergebäck.
Brot und Brötchen enthalten zwischen 0,78 und 1,68 Gramm Salz pro 100 Gramm. Wurst und Käse liegen zwischen 0,9 bis 6,1 Gramm Salz pro 100 Gramm, hat die Verbraucherzentrale festgestellt.
Die Deutsche Gesellschaft fürr Ernährung (DGE) empfiehlt maximal 6 Gramm Salz täglich, Kinder benötigen deutlich weniger, da sie einen niedrigeren Energiebedarf als Erwachsene haben.
Mengen
Erwachsene 6 Gramm Salz/ Tag; Kinder 1-3 Jahre 2 Gramm Salz/ Tag; Kinder 4-6 Jahre 3 Gramm Salz/ Tag; Kinder 7-10 Jahre 5 Gramm Salz/ Tag sowie Kinder 11 Jahre und älter 6 Gramm Salz/ Tag.
Speisesalz besteht zum größten Teil aus Natrium und Chlorid. Natrium regelt den Wasserhaushalt im Körper und ist für die Reizübertragung in Muskel- und Nervenzellen verantwortlich. Chlorid ist ein Bestandteil der Verdauungssäfte. Als Mindestmenge, die unser Organismus braucht, werden für die tägliche Salzaufnahme 1,4 Gramm geschätzt. Tatsächlich nehmen Männer in Deutschland durchschnittlich täglich 10 Gramm und Frauen 8,4 Gramm Salz zu sich. Rund die Hälfte der Männer und mehr als 30 Prozent der Frauen nehmen sogar mehr als 10 Gramm pro Tag auf.
Zu viel Salz kann zu Bluthochdruck führen. Außerdem kann es Herz, Nieren, Gehirn und die Blutgefäße schädigen. Die Folgen können Herzinfarkt und Schlaganfall sein.
Was bedeutet Salzsensivität?
Die Salzsensitivität (sensitiv= empfindlich) ist ein Maß dafür, wie der Blutdruck auf die Aufnahme von Natrium reagiert. Im Gegensatz zu salzsensitiven Menschen ist es salzresistenten (resistent= unempfindlich) Menschen möglich, zu viel Salz effektiv auszuscheiden, ohne arteriellen Blutdruckanstieg. Schätzungen zufolge ist jeder dritte Mensch in Deutschland salzsensitiv.
Studien zeigen, dass bei Übergewichtigen und Diabetikern sehr häufig eine deutliche Salzsensitivität festgestellt werden kann. 56 Prozent der Bluthochdruckpatienten und 29 Prozent der Menschen mit normalem Blutdruck sind salzsensitiv.
Vor dem Hintergrund der weiter steigenden Verbreitung von Bluthochdruck ist es empfehlenswert, den Salzkonsum zu reduzieren. Die Vorliebe für salzigen Geschmack haben wir uns mit der Zeit angewöhnt. Wenn wir den Salzgehalt in unseren Gerichten schrittweise reduzieren, können wir unseren Geschmacksrezeptoren Zeit geben, sich an die Veränderung zu gewöhnen. Dabei ist es auch hilfreich, mit Kräutern oder anderen Gewürzen zu experimentieren, um so den natürlichen Geschmack der Speisen hervorzuheben.
Anreicherungen von Speisesalz
Salz besteht von Natur aus nicht nur aus Natrium, sondern auch in geringen Mengen aus Kalium, Magnesium, Calcium und Mangan. Magnesiumchlorid zieht Wasser an und bewirkt ein Verklumpen des Salzes. Daher werden dem Speisesalz wasserbindende Substanzen zugesetzt, damit es rieselfähig bleibt. Diese werden als Rieselhilfe oder Trennmittel auf der Packung angegeben. In Deutschland werden Speisesalze mit verschiedenen Anreicherungen wie Jod, Fluor und Folsäuren angeboten.
Um die Jodversorgung in Deutschland zu verbessern, wird in jodarmen Gebieten dem Speisesalz Jod zugefügt. Es wird im Handel seit 1989 angeboten. Der Jodgehalt in deutschem Speisesalz liegt bei 15 bis 25 Mikrogramm (1 Mikrogramm= 1 millionstel Gramm) Jod pro Gramm Salz. Die Anreicherung mit Fluor ist wichtig für Knochen und die Mineralisierung der Zähne. Seit 1992 ist es in Deutschland erhältlich und enthält 250 Milligramm (1 Milligramm = 1 Tausendstel Gramm) pro Kilogramm Salz.
Folsäure ist ein lebenswichtiges B-Vitamin, das an vielen Wachstums- und Entwicklungsprozessen im Organismus beteiligt ist. In Deutschland herrscht eine Unterversorgung an Folsäure. Man nimmt an, dass etwa drei Viertel der Menschen nicht optimal versorgt ist. Deswegen wird seit 2003 Salz auch mit 10 Milligramm Folsäure pro 100 Gramm Salz angeboten.
Spezialsalze
Für Gourmetsalze wird mit besonderen Herkünften und Gewinnungsverfahren geworben, mit ihrer manchmal außergewöhnlichen Färbung oder unterschiedlichen Geschmack. Eines haben die Gourmet-Salze gemein: ihren stolzen Preis. Im Internet werden zum Beispiel Preise zwischen vier bis mehr als zehn Euro pro 100 Gramm Salz verlangt!
Angeboten werden: Bambussalz in Bambusrohren bis zu neunmal gebrannt; dänisches Rauchsalz kalt über Buchenholz geräuchert ; Gewürzsalze mindestens 15 Prozent Zusatz von Kräutern und Gewürzen; hawaiianisches Meersalz, das mit färbenden Zusätzen angeboten wird; Himalayasalz aus einem Ur-Meer am Fuße des Himalayas sowie zermahlenes, unbehandeltes Ursalz mit hohem Mineralstoffanteil.
Fazit
Normales Speisesalz oder teures Goumetsalz bestehen im Wesentlichen aus Natriumchlorid. Einzig das Ursalz enthält noch einen höheren Mineralstoffanteil. In Deutschland ist in privaten Haushalten die sparsame Verwendung von jodiertem Speisesalz empfohlen. Auch für Gourmetsalze gilt: sparsam verwenden.
Zusammenfassung
Spezial- und Gourmetsalze sehen oftmals schön aus und schmecken auch anders, bieten aber für unsere Gesundheit keinen Mehrwert und lassen nur unser Portemonnaie schrumpfen.
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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