Recklinghausen-Suderwich. Auch Balkonbesitzer müssen auf die nährstoffreiche Erde aus dem Komposthaufen nicht verzichten. Auf kleinen Flächen kann man wunderbar eine Wurmkiste aufstellen.
Die Kiste verwertet, wie auch ein Kompost, anfallende Gemüseabfälle zu Wurmhumus, der als Dünger zur Bodenverbesserung der Balkonkästen genutzt werden kann.
So funktioniert es
Man benötigt eine Kiste aus dicken Brettern, die man sich aus einer Grundplatte mit den Maßen 60 mal 40 cm, zwei Seitenplatten (30 mal 60 cm) und zwei Seitenplatten (30 mal 40 cm) zimmern kann. In die Grundplatte der Kiste werden die Löcher gebohrt, am besten mit einem Sechs-Millimeter-Bohrer.
Die Kiste kannst man mittig durch einen eingebauten Kaninchendraht in zwei Kammern teilen. Eine Bauanleitung gibt es auch unter https://www.obi.de/magazin/garten/beet/wurmkiste-selber-bauen und in youtube unter https://www.youtube.com/watch?v=BPgI06L8Z8o. Sehr empfehlenswert!
Für eine Wurmkiste dieser Größe benötigt man 500 Würmer (Eisenia foetida), die im Fachhandel erhältlich sind. (Kosten: etwa 35 € - nicht gerade wenig) Das sind übrigens spezielle Würmer, wenn auch den uns bekannten Regenwürmern recht ähnlich.
So geht es weiter
Der Kasten wird mit feuchtem Papier ausgelegt. Darauf kommt eine Schicht Gartenerde. Wer es den Würmern besonders nett machen möchte, nimmt stattdessen eine spezielle salz- und düngerarme Erde. Die Gemüseabfälle wird in die eine Hälfte der Box gefüllt. Auf Zwiebeln und Zitrusfrüchte verzichten Würmer übrigens gerne. Auch scharfe Gewürze, wie Ingwer und Chili, sind nicht ihre Sache. Eierschalen, die man sonst gerne in den Gartenkomposter geben kann, packen die Würmer hier nicht an. Die Menge an Abfällen sollte anfangs gering sein (etwa 200 g pro Tag) - dann langsam steigern. Gern kann man auch Papierschnipsel mit einbringen, denn sie saugen die Feuchtigkeit auf.
Der erste Kompost ist nach drei Monaten fertig. Dann wird die andere Hälfte der Box gefüllt. Nach etwa einem Monat sind die Würmer in das frische Material abgewandert. Nun kann man den Kompost in einem Sieb von einem Zentimeter Maschenweite von grobem Material und letzten Würmern trennen - fertig.
Achtung: Die neuen Haustiere vertragen keinen Frost. Die Wurmkiste sollte daher im Winter an einen wärmeren Ort umziehen.
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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