Recklinghausen-Suderwich. Wer an Hopfen denkt, hat wahrscheinlich schon den Biergeschmack auf der Zunge. Doch der Echte Hopfen, der auch zum Bierbrauen genommen wird, hat auch andere, positive Eigenschaften.
Hopfen zählt zu den Hanfgewächsen und verleiht nicht nur dem Bier seine Würze. Dass Hopfen für Schlaf und Verdauung förderlich sei, konstatierten bereits im 12. Jahrhundert arabische Ärzte. Nordamerikanische Indianer glaubten an die heilenden Kräfte der Hopfendolden gegen Zahnschmerzen, Husten und zur Wundheilung. Auch heute findet man Hopfen in zahlreichen Produkten - auch außerhalb von Brauereien. Beispielsweise als Zutat für Shampoo und Duschgel.
Heute ist Hopfen als Arzneimittel anerkannt. 2007 wurde das Gewächs zur Arzneipflanze des Jahres gewählt. Auch eine beruhigende Wirkung, die Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems, ein verdauungsfördernder Effekt und eine Verbesserung der Blasenfunktion wird den Hopfendolden nachgesagt. Die Bittersäuren sollen eine entzündungshemmende sowie eine antibiotische Wirkung haben. Letzteres, indem sie das Wachstum von Bakterien hemmen. Neben Bier gibt es noch ein anderes Getränk, das Hopfen enthält: Hopfenblütentee wird eine beruhigende Wirkung nachgesagt.
Die Bandbreite der erwiesenen und angenommenen Effekte des Hopfens ist enorm. Sie reichen von Abhilfe gegen Neurodermitis, Appetitlosigkeit,Verdauungsproblemen und Reizblase über die Behandlung von Rheuma und Osteoporose bis zum Kampf gegen Fettleibigkeit und Diabetes - um nur ein paar Beispiele zu nennen. Auch in Apotheken und Online-Apotheken finden sich daher Hopfen-Produkte. Dragees mit Baldrian und Hopfen zum Beispiel sollen als Einschlafhilfe dienen.
Übrigens: Dass man Hopfen auch essen kann, wissen nur die wenigsten. Dabei gilt das einst als Arme-Leute-Essen verschriene Frühlingsgemüse heute als echte Delikatesse. Essbar sind die jungen Triebe, die mühsam von Hand geerntet werden müssen. Hopfen, auch wild wachsender Hopfen, ist nicht giftig, sondern gilt als Delikatesse. Die zarten Sprossen haben einen leicht nussigen Geschmack. Gekocht und zubereitet wird Hopfen wie Spargel. Deshalb lässt er sich für alle Gerichte verwenden, für die man auch Spargel nehmen kann.
Auch als Unterstützung in den Wechseljahren findet Hopfen Anwendung. Die konzentrierten ätherischen Öle des Hopfenextraktes sollen Hitzewallungen, Schlaflosigkeit und Reizbarkeit als typische Beschwerden der Menopause lindern.
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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