Recklinghausen-Suderwich. Kettenbriefe verwirren, sind oft fake-news. Trotzdem: kritisch betrachten ist nicht falsch, meint SBW-Vorstandsmitglied Wolfgang Wegener. Er hat am 20. Mai den WhatsApp-Kettenbrief erhalten. Angeblich wurde „über Nacht“ ein Update vorgenommen, wodurch du von jeder Person in Gruppen einbezogen werden kannst – egal, ob du die Person und Gruppen kennst.
Eine Anleitung zur Änderung ist beigefügt. Unter anderem berichteten Spiegel und die Verbraucherberatung NRW dazu. Die zentrale Botschaft: Du solltest deine Datenschutz-Einstellungen prüfen! Hier eine Zusammenfassung.
Das stimmt:
Bei WhatsApp können grundsätzlich alle Nutzer*Innen ungefragt zu fremden Gruppen hinzugefügt werden. In der deutschen WhatsApp-Version kann man das erst seit November 2019 ändern. Wie man das ändert, siehe unten. WhatsApp schickt immer wieder Updates. Die stellen teilweise deine Einstellung wieder auf „Standard“. Deshalb nach Update oder Neuinstallation immer deine Einstellung kontrollieren!
Das ist falsch im Kettenbrief:
Es wurde von WhatsApp nicht eine neue Funktion upgedatet. Vermutlich wurde durch ein Update unabsichtlich auf „Standard“ zurückgestellt. Im Kettenbrief heißt es: „Deine Inhalte können angegriffen oder zugespamt werden". Das ist so nicht richtig.
Ja, wie schon gesagt: bei WhatsApp-Standardeinstellung kann man ungefragt in anderen Gruppen landen – schon seit Jahren. (Dazu braucht es nur deine Mobilfunknummer – und die ist ja vielleicht nach dem Facebook-Data-Leak vom Osterwochenende öffentlich.) In solchen Gruppen kannst du unerwünschte Spam-Nachrichten oder andere Inhalte lesen. Ebenso können Unbefugte auch von dir Handynummer, Profilbild, Online-Status und Statusmeldung sehen. Aber: diese Personen können dadurch nicht auf deine anderen Chats zugreifen! Und das lässt sich ja ändern …
So geht’s !
Du öffnest die WhatsApp-Anwendung und gehst dort (bei Android) auf die drei Punkte oben rechts.
„Einstellungen“ / „Account“ / „Datenschutz“ / „Gruppen“ wählen.
Dort kannst du entscheiden (diese Personen können mich Gruppen hinzufügen.): Jeder / meine Kontakte / Meine Kontakte außer …
Dieselbe Auswahl hast du unter „Profilbild“ und „Info“ und „Status“.
Jetzt kann dich – wenn du nicht Jeder wählst – keiner ohne Erlaubnis zu Gruppen hinzufügen. Will dich jemand in eine Gruppe aufnehmen, muss sie/er dich „einladen“ – und du entscheidest.
Nimmst du neue Kontakte auf, musst du die in den Datenschutz-Einstellungen extra anhaken. Sonst kann der neue Kontakt dich ohne Erlaubnis in eine Gruppe einbinden. Nicht sehr komfortabel, aber leider notwendig.
So hat der Kettenbrief doch ein Gutes: Wolfgang Wegener hat nämlich festgestellt, dass er seine Einstellungen zu WhatsApp neu individualisieren musste.
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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