Recklinghausen-Suderwich. Gemüse muss nicht nur eine Beilage sein. Richtig zubereitet ist es nicht nur gesund, sondern auch superlecker. Doch welche Garmethode ist die Beste für welches Gemüse? Nicht jedes Gemüse eignet sich für jede Zubereitung und generell gilt, bei langem Kochen mit viel Wasser gehen wertvolle Nährstoffe verloren.
Einige mögen ihr Gemüse am liebsten roh oder nur leicht gedämpft, andere mögen es lieber geschmort oder gegrillt und wieder andere mögen es am liebsten „totgekocht“.
Hier die wichtigsten Zubereitungsmethoden im Überblick:
Blanchieren: Beim Blanchieren wird das Gemüse nur wenige Sekunden bis Minuten in kochendes Wasser getaucht und anschließend unter kaltem Wasser abgeschreckt. Die wichtigsten Vitamine und auch die Farbe des Gemüses bleiben erhalten. Das Gemüse ist knackig, kann jederzeit wieder aufgewärmt werden und eignet sich hervorragend zum Einfrieren. Diese Methode eignet sich für Gemüsesorten mit geringen Garzeiten, wie Blattspinat, Mangold, Brokkoli, Zuckerschoten, grüne Bohnen, Möhren oder auch Kohlblätter.
Dünsten: Beim Dünsten wird etwas Wasser oder Gemüsefond in den Kochtopf gegeben. Darin lässt man das Gemüse im eigenen Saft gar ziehen. Diese Methode ist schonend und gesund. Da viele Vitamine fettlöslich sind, kann etwas Butter oder Öl als Geschmacksverstärker verwendet werden.
Dämpfen: Zum Dämpfen benötigt man nicht unbedingt einen teuren Dampfgarer. Es reicht ein normaler Topf mit einem Siebeinsatz, den man für wenig Geld im Asia Shop, oder bei einem großen schwedischen Möbelhaus erwerben kann. Der Kochtopf wird mit wenig Wasser gefüllt und das Gemüse kommt auf den Siebeinsatz.
Der Vorteil dieser Methode ist, dass das Gemüse nicht mit dem Wasser in Berührung kommt und die wasserlöslichen Vitamine erhalten bleiben. Zum Dämpfen besonders geeignet sind zarte Gemüsesorten wie Zucchini, Spinat, Pak Choi. Aber auch Karotten, Blumenkohl und Kartoffeln eignen sich sich hervorragend. Probiert mal Obst aus dem Dampf für Desserts. Ihr werdet begeistert sein.
Braten: Beim Braten wird Gemüse mit etwas Öl kurz in der Pfanne oder Wok angebraten und dann bei mittlerer Hitze fertig gegart. Pilze, Artischocken, Fenchel, Spargel und (Brat-)Kartoffeln eignen sich hervorragend dazu.
Schmoren: Wer sein Gemüse lieber schmoren möchte, brät es kurz in Öl an, gibt anschließend etwas Wasser dazu und lässt es so lange köcheln, bis es gar ist. Diese Methode hat den Vorteil, dass das Gemüse im eigenen Saft schmoren kann und grünes Gemüse einen besonders intensiven Geschmack erhalt. Besonders geeignet sind Möhren, Gurken, Wirsing, Rot- und Grünkohl.
Grillen: Beim Grillen wird das Gemüse einfach auf den Grillrost gelegt und über Feuer oder im Backofen gegart. Für ein besonders schmackhaftes Röstaroma kann das Gemüse vorher dünn mit Öl eingepinselt werden. Besonders geeignet sind Gemüse mit kurzer Garzeit, wie Pilze, Auberginen, Paprika oder Zucchini.
Kochen: Beim Kochen gibt man das Gemüse in sprudelnd heißes Salzwasser und lässt es darin garen, bis es bissfest ist. Allerdings ist beim Kochen der Nährstoffverlust besonders groß, da wasserlösliche Vitamine und Mineralstoffe zum großen Teil in das Kochwasser übergehen.
Wer auf die schnelle und einfache Zubereitungsmethode nicht verzichten möchte, sollte das Gemüse in möglichst wenig Wasser zubereiten und das Kochwasser anschließend nicht wegschütten, sondern es als Basis für Suppen und Soßen einsetzen.
Backen: Gemüse aus dem Backofen schmeckt hervorragend und behält viele seiner Nährstoffe. Dazu muss es nur mit etwas Öl eingepinselt werden und auf dem Blech oder in Alufolie gewickelt, gegart werden. Sehr gut geeignet sind auch die festen Sorten wie Rote Bete, Kürbis oder Süßkartoffeln. Probiert auch mal Auberginen in Scheiben geschnitten, ohne Öl im Backofen getrocknet aus. Ihr werdet von dem nussigen Aroma begeistert sein!
Sous vide (vakuumgaren): Dazu wird das Gemüse im Beutel vakuumiert und bei niedriger Temperatur im Wasserbad gegart. Diese Methode ist sehr nährstoffschonend und man kann in den Beutel zusätzlich Kräuter und Gewürze geben, um das Aroma zu verfeinern. Ein spezielles Sous vide-Gerät ist nicht nötig, man kann auch die Wassertemperatur über ein Thermometer überwachen. Allerdings ist das nicht wirklich alltagstauglich, da es lange dauert und durch das ständige Einschweißen viel Plastikmüll entsteht. Zu besonderen Anlässen kann man das aber ruhig mal ausprobieren.
Gratinieren: Dabei wird das Gemüse in einer hitzebeständigen Auflaufform gegeben und mit einer Mischung aus Gewürzen, Ei, Milch oder Sahne, vollständig bedeckt und mit geriebenem Käse bestreut. Bei hohen Temperaturen wird es dann im Backofen gegart und bekommt eine knusprige Oberfläche. Das Gemüse ist dann nicht unbedingt mehr nährstoffreich, aber sehr lecker :-)
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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