Oer-Erkenschwick. "Die Familie als Herausforderung und Kraftquelle" - unter dieses Motto hat die Diplom-Psychologin Heide Weigert ihr Referat im Rahmen der BBE-Maßnahme für Senioren gestellt.
Die Familie gilt - soziologisch betrachtet - als "sozialer Organismus" und ist für die Persönlichkeitsentwicklung sehr wichtig. Was ist damit gemeint? Welche Anforderungen, Belastungen, aber auch Chancen sind damit verbunden?
Heidi Weigert führte behutsam in dieses Thema ein und überließ es den Teilnehmern dann, aufgeteilt in fünf Gruppen, zum Thema Familie etwas zu sagen. Dabei sollte jeder Buchstabe des Wortes für eine oder mehrere Eigenschaft(en) stehen.
Dabei stellten die Gruppen fest, dass für Kinder die Familie der wichtigste Ort des Aufwachsens ist. Sie hat einen entscheidenden Einfluss auf ihre Bildungs- und Teilhabechancen. Familie ist Bildungsort – für alle Generationen. In ihr werden Gemeinschaft und Geborgenheit sowie Empathie, Eigenverantwortlichkeit und Konfliktfähigkeit erlebt.
Nach einer guten halben Stunde stellten die Gruppen ihr Erarbeitetes vor, wobei es durchaus Übereinstimmungen untereinander gibt. So stehe beispielsweise das "F" für Friede und Freude, das "A" für Anerkennung, Arbeit und Auszeit, das "M" für Miteinander, Mut machen, Mutterliebe, das "I" für Information oder Integration, das "L" für Liebe, Loyalität oder Loben, das zweite "I" für Inspiration oder Ideen und schließlich das "E" für Einigkeit, Erziehung oder Erben.
Heidi Weigert fasste diese Gedankenmodelle zusammen. Familie in ihrer Vielfalt anzuerkennen – das sei die große Herausforderung für die Familienpolitik des 21. Jahrhunderts. Familie, egal in welcher Form, braucht finanzielle Sicherheit, so dass Kinder nicht in Armut aufwachsen müssen. Sie brauchen unterstützende Infrastrukturen und gute Bildungsinstitutionen, die Eltern in ihre Arbeit einbeziehen. Das erfordere mehr Wertschätzung für alle Eltern und Kinder sowie Offenheit und Toleranz gegenüber allen familiären Lebensformen und Kulturen.
Für die BBE-Teilnehmer stand am Dienstagnachmittag der Besuch des Bergbau- und Geschichtsmuseum in Oer-Erkenschwick mit Führung durch den ehemaligen Betriebsschlosser Johannes Kaszubowski auf dem Programm. Das vom Bergbau- und Geschichtsverein mit seinem Vorsitzenden Markus Pliska betriebene Museum auf dem Gelände der ehemaligen Ausbildungsabteilung des früheren Bergwerks Haard am „Ziegeleitor“ erfreut sich großer Beliebtheit. Im vergangenen Jahr 2018 wurden mehr als 5000 Besucher gezählt. Es zeigt auch Einblicke in die teilweise sehr schwierige Arbeitswelt der Bergleute sowie eine stilecht nachgestellte Wohnung einer Bergmannsfamilie.
Das beliebte Eierspiel steht immer gerne als Kennenlernspiel auf dem Programm von Gruppen. So auch beim SBW. Sieben gebildete Teams mussten jeweils ein rohes Ei so vorsichtig in die mitgebrachten Utensilien (Watte, Zeitungen, Papierstreifen) einpacken, dass es einen Fall aus mehreren Metern Höhe unbeschadet aushält. Ein Ei erlitt bei dem Versuch allerdings einen kleinen Schaden. Hintergrund: Die Teammitglieder müssen gemeinsam ein Problem erfassen und lösen können.
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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