Bielefeld-Ummeln. Wenn es um sexuelle Gewalt an Kindern geht, versteht Manfred Bruns keinen Spaß: "Sexueller Missbrauch an Kindern ist eine schwere Straftat und wird immer hart bestraft", sagt der Bischof der neuapostolischen Gebietskirche Westdeutschland.
Am Dienstagabend, 17. April, war Manfred Bruns zu Gast in der Gemeinde Ummeln im Kirchenbezirk Bielefeld, um auf Einladung des SBW über dieses Thema zu referieren. Zu Beginn seines Vortrages bezeichnete Bischof Bruns, der lange Jahre als Kriminaldirektor bei der Polizei NRW gearbeitet hat, die Besucheranzahl im Gemeinschaftsraum der Ummelner Kirche als "rekordverdächtig": Mehr als 60 Gäste hatten sich eingefunden, um etwas über sexuelle Gewalt an Kindern zu hören und was präventiv getan werden kann, um solch eine Straftat im Vorfeld zu verhindern.
"Uns muss klar sein, dass Kinder, und damit meine ich die Personengruppe bis 14 Jahre, niemals eine Mitschuld trifft, wenn sie Opfer sexueller Gewalt werden. Sexuelle Gewalt an Kindern ist kein Versehen oder Ausrutscher, sondern eine gezielte und geplante Handlung an dem wehrlosen Opfer. Diese schwere Straftat ist nicht zu tolerieren", so sieht es auch der Gesetzgeber, der laut Strafgesetzbuch eine Strafe von mindestens sechs Monaten bis lebenslänglich (bei Todesfolge) vorsieht.
"Die Prävention sexueller Gewalt an Kindern ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der auch die Neuapostolische Kirche Westdeutschland verpflichtet ist. Fälle von sexueller Gewalt gegen Kinder sind in allen Bevölkerungsschichten und Institutionen anzutreffen. Diese können auch innerhalb der Gemeinden unserer Kirche auftreten. Daher hat die Kirche seit Jahren eine Leitlinie zur Prävention sexuelle Gewalt veröffentlich (vgl. https://www.nak-west.de/glaube/seelsorge/praevention_sexueller_gewalt ) An diese Grundsätze sind alle Amtsträger und Lehrkräfte unserer Kirche gebunden", sagte der Bischof. Die Kirche toleriere keine sexuellen Übergriffe, weder im kirchlichen noch im privaten oder schulischen Bereich. Zur Vorbeugung sei es wichtig, "unsere Kinder stark zu machen, sie immer ernst zu nehmen und eine Vertrauensbasis zu schaffen, die es ermöglicht, dass Kinder nicht nur in der Familie, sondern auch in der Gemeinde Menschen haben, denen sie sich anvertrauen können, wenn sie sich in Bedrängnis fühlen", machte Bischof Bruns deutlich.
Das Kriminalitätsphänomen der sexuellen Gewalt an Kindern geht durch alle Bevölkerungsschichten und ist ein hochsensibles Thema. Auch unter den Mitgliedern der Neuapostolischen Kirche können Täter und Opfer zu finden sein. Insbesondere der Schutz von Kindern ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der sich auch die Neuapostolische Kirche stellt. Schutz und Opferhilfe haben in der Neuapostolischen Kirche höchste Priorität.
Ansprechpartner in Verdachtsfällen von sexuellen Übergriffen ist Bischof Manfred Bruns, der telefonisch unter 0231 57700-54 in der Kirchenleitung, Referat Seelorge, der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland in Dortmund zu erreichen ist.
© Gruppe Sozial- und Bildungswerk
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